Mit Home Assistant wurden viele Projekte umgesetzt, die in Zukunft in manchen Beiträgen auftauchen – deswegen hier eine ganz knappe Einführung. Weiterführend lassen sich zahlreiche andere Foren und Kanäle auf YouTube bspw. finden.
Home Assistant ist, vereinfacht gesagt, das ultimative, zentrale Gehirn für dein Smart Home. Es ist eine kostenlose Open-Source-Software, die darauf ausgelegt ist, all deine smarten Geräte unterschiedlichster Hersteller unter einem Dach zu vereinen und miteinander kommunizieren zu lassen.
Anstatt für deine Philips Hue Lampen, deine Sonos Lautsprecher, deine Heizkörperthermostate und deine Überwachungskameras jeweils eine eigene App öffnen zu müssen, fasst Home Assistant alles in einer einzigen Oberfläche zusammen. Und wenn es einmal läuft, ist man auf der Suche „was man noch alles einbinden kann“. Zb meine Heizungen habe ich so eingebunden:

Ein Beispiel für Home Assistant: Mit dieser Heizungssteuerung lässt sich alles automatisieren – wenn das Fenster aufgeschaltet ist, wird die Heizung nach 10 sek abgeschaltet, wenn es 5:30 Uhr ist, fängt die Heizung an den Raum auf 19°C zu heizen und schaltet sie ab, wenn es 21:00 Uhr ist und dreht kurz im Sommer mal die Heizungen auf, damit die Ventile nicht schwergängig werden und und und ..
Dabei werden keine teuren Sensoren verwendet, sondern ich habe (in diesem Fall) nur Zigbee Sensoren (für Temperaturen und Fenster) für knapp 2-3€ jeweils benutzt. Das einzig teure ist das Tado-System, mit dem die Heizung gesteuert wird. Aber das tolle ist hier, dass man einen anderen Temperatursensor nehmen kann und sagen kann: „Liebes Tado-System, bitte orientiere dich an diesem Sensor und nicht an deinem eigenen Sensor“.
Was das Tolle an Home Assistant ist
- 100 % Lokale Steuerung (Privatsphäre & Tempo): Das ist der vielleicht größte Pluspunkt. Anders als bei Alexa, Google Home oder vielen Hersteller-Apps läuft Home Assistant lokal bei dir zu Hause (meist auf einem kleinen Mini-Computer wie einem Raspberry Pi). Deine Daten verlassen dein Netzwerk nicht. Das bedeutet: Keine Cloud-Abhängigkeit, maximaler Datenschutz und deine Lichtschalter funktionieren in Echtzeit und sogar dann, wenn das Internet mal ausfällt.
- Markenunabhängigkeit: Egal ob Apple, Google, IKEA, Shelly, Bosch oder kleine Marken – Home Assistant spricht fast jede Sprache (WLAN, Zigbee, Z-Wave, Matter, Bluetooth). Du kannst Geräte mischen, wie du willst.
- Starke Automatisierungen: Die Automatisierungsmöglichkeiten sind unglaublich stark. Du kannst nicht nur sagen „Wenn es 18 Uhr ist, mach das Licht an“, sondern komplexe Wenn-Dann-Bedingungen erstellen: „Wenn der Fernseher eingeschaltet wird UND die Sonne bereits untergegangen ist UND niemand im Schlafzimmer ist, dann dimme das Licht im Wohnzimmer auf 20 %, fahre die Rollläden herunter und schalte das Handy auf stumm.“
- Vollständig anpassbare Dashboards: Du kannst dir deine Benutzeroberfläche genau so bauen, wie du sie brauchst. Vom simplen Schalter für die ganze Familie bis hin zu detaillierten Graphen über deinen Stromverbrauch oder die Ausbeute deiner Solaranlage auf dem Balkon.
- Kein Abo: Die Software selbst ist kostenlos, da sie von einer riesigen weltweiten Community entwickelt wird. (Lediglich wenn du ganz bequem von unterwegs ohne eigenes VPN auf dein System zugreifen oder Alexa/Google Assistant einbinden willst, gibt es einen optionalen, kostenpflichtigen Service namens Nabu Casa, der die Entwickler unterstützt).
Gibt es auch einen Haken?
Um ehrlich zu sein: Ja. Da Home Assistant so mächtig ist, erfordert die Ersteinrichtung ein wenig technische Neugier. Du musst die Software auf einer eigenen Hardware installieren. Es ist in den letzten Jahren sehr viel anfängerfreundlicher geworden (vieles geht heute einfach per Klick), aber es bleibt ein System für Leute, die gerne ein bisschen basteln und optimieren.

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