Idee und Hintergrund
Jeder kennt bekannte Sprachassistenten, die das Zuhause bequem steuern können. Ich hatte auch einen, allerdings hat mich gestört, dass die Datenverarbeitung irgendwo im Ausland stattfindet und jemand fremdes doch irgendwie immer zuhören kann.
Vor einiger Zeit habe ich mir die Home Assistant Voice Preview Edition geholt – ein Sprachassistent, der bei der Verarbeitung von Daten und Sprache viel richtig macht! Die Befehle werden lokal verarbeitet und meine Stimme verlässt niemals mein Zuhause. Das hört sich super an, doch leider habe ich so meine Probleme mit der Home Assistant Voice Preview Edition: Das Mikrofon ist wirklich nicht gut. Wenn man nicht gerade direkt vor dem Gerät steht, versteht der Sprachassistent irgendwelchen Kauderwelsch und macht alles was er will, aber nur nicht den gewünschten Befehl.
Da dachte ich: Es wäre doch super, wenn man einen Sprachassistenten direkt kabellos bei sich hat und einfach bei Bedarf direkt ins Mikro sprechen kann. Da kam ich auf die Idee ein altes Funkgerät so umzubauen, dass ich daraus einen lokalen Sprachassistenten baue und die alten Knöpfe weiterhin nutzen kann.
Umsetzung
Die genaue Umsetzung ist zu ausführlich für nur einen Beitrag. Wenn irgendwann der Wunsch nach einer Anleitung da ist, kann ich gerne eine genaue Anleitung erstellen, wenn die Zeit es erlaubt.
Zuerst einmal habe ich ein altes Funkgerät bei ebay ersteigert. Es funktionierte und ich konnte mit 1-2 Tests meine tollen Erzählungen über irgendwelche Frequenzen an die Nachbarn schicken. Aber dafür habe ich es nicht gekauft. Es tat mir dann ein bisschen leid – aber die alte Technik musste raus. Also: Funkgerät aufgemacht, Kabel durchtrennt und alle Teile rausgenommen, die sich nicht wieder verwenden ließen.
Das Funkgerät im ursprünglichen, funktionierendem Zustand (sogar mit Schutzhülle):

Die Hauptsteuerung übernimmt ein Esp32, und dann habe ich noch einen Lautsprecher, ein I2C Mikrofon, einen Knopf als „Sprachtaste“ und eine LED und einen DC-DC Step-Down Converter verwendet (alle „kleineren“ Teile, wie Widerstände etc. hier außen vor gelassen).
Zuerst habe ich die Steuerung mal auf einem Breadboard aufgebaut:

Hier sieht man den ESP und unten einen Knopf, um ihm zu sagen „Ich möchte dir einen Befehl senden“ – Hier hört der ESP jetzt zu, denn die LED ist blau und im normalen Modus habe ich es so konfiguriert, dass sie grün und Empfangsbereitschaft signalisiert.
Nach vielen Codeversionen und viel Verzweiflung, hat es dann doch hinterher geklappt und der ESP hat Ton ausgegeben, sich mit dem WLAN und Home Assistant verbunden und das Mikro hat mich auch verstanden und nach Stunden an Arbeit konnte ich endlich ….. mir einen schlechten Witz geben lassen und natürlich auch per Sprachbefehl mein Home Assistant steuern und meine Lampen, Heizung etc. steuern.
Sogar 2 der alten Knöpfe haben ihre Funktionalität behalten. Ein Knopf schaltet das Funkgerät an und einer ist der Sprachknopf, um Befehle zu senden. Ich finde sein Zuhause mit einem alten Funkgerät zu steuern hat irgendwie Stil und macht sehr viel Spaß.



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