Erste Begeisterung
Schon als Jugendlicher habe ich mit meinem Vater Drohnen zusammengebaut und sie im Feld fliegen lassen. Damals waren die Modelle wie DJI Phantom 2 gerade brandaktuell. Das hat schon Spaß gemacht, wenn der große Copter mit 8 Armen tatsächlich abgehoben und geflogen ist. Aber das war meistens auch schon das Maximum vom Spaß, denn danach war der Copter in der Luft und konnte zwar Bilder machen und eine vorgegebene Route abfliegen, aber so wirklich spannende Manöver waren hier nicht drin. Deswegen verging diese Phase bei mir auch wieder recht schnell, weil man als Jugendlicher natürlich sehen will, dass etwas schnell ist, Tricks macht oder irgendwas in die Luft fliegt…
Dann kam FPV
2017 ist mir dann ein Buch in die Hände gefallen „Drohnen selber bauen & tunen“ von Patrick Lainer. Mit diesem Buch habe ich meinen ersten eigenen FPV-Copter gebaut, was ein langer Prozess mit einer steilen Lernkurve war und mich um sehr viel von meinem als Student gespartem Geld gebracht hat. Lötstation kaufen, Drohnenteile, Videozubehör, Werkzeuge und und und …
Damit konnte ich die ersten Erfahrungen sammeln und tatsächlich den ersten FPV-Copter in die Luft bringen. Auch wenn der erste Versuch noch überhaupt nichts mit Leichtgewichtigkeit zu tun hatte und auch keinen Schönheitspreis gewinnen wird, war es doch ein unglaubliches Gefühl, wenn sich der selbstgebaute Copter das erste Mal tatsächlich in die Luft schwingt und nicht direkt abraucht.

FPV steht für „first person view“ und genau das macht dieses Hobby aus. Man sieht das Kamerabild auf einer VR-Brille und es fühlt sich an, als ob man selbst direkt im Cockpit sitzen würde. Das war der Nervenkitzel, den ich bei „normalen“ Kameradrohnen stets vermisst habe.
Das war eine spannende Phase im FPV-Bau, in der viele Leute mit dem FPV-Bau angefangen haben. Viele Teile wurden für Flüge zweckentfremdet, z.B. kamen für die Videoübertragung Teile aus Videoüberwachungssystemen. Aber das war die analoge Technik und es war super das mitgemacht zu haben (wobei manche Leute – gerade im Rennbereich – immer noch auf analoge Technik setzen).
Der Spaß hat seinen Preis
Das Fliegen mit FPV-Coptern muss man erst einmal lernen. Viele Leute verbringen Stunden im Simulator, bevor sie mit einem echten Copter starten. Das liegt daran, dass die FPV-Copter keinerleit Sensoren besitzen, die einem vor einem Sturz in die nächste Hauswand bewahren oder das Fluggerät auch nicht automatisch im Flug wieder ausgeglichen wird, wenn es einmal schräg steht, denn das ermöglicht die waghalsigen Flugmanöver.
Das führt natürlich auch zu Crashs und Crashs führen zu Reparaturen und Reparaturen führen zu neuen Bestellungen und neue Bestellungen führen zu einem leeren Geldbeutel.
Das Fliegen ist immer ein Griff in die Wundertüte, vielleicht knallt man beim ersten Flug vor einen Ast und muss einen komplett neuen Copter bauen oder vielleicht ist man auch vorsichtiger und schafft es vorsichtig die nächsten sechs Monate zu fliegen.
Durch die ganzen Reparaturen konnte ich Löten lernen und wenn mal etwas kaputt war, wusste ich direkt, welches Teil es war und was es tut.
Das Tolle am Hobby
Aber trotzdem hat mich dieses Hobby gefesselt. Der Adrenalinschub beim Fliegen ist jedes Mal zu Fühlen und auch das Bauen und Löten am Schreibtisch hat etwas für sich. Waghalsige Manöver durch enge Hindernisse zu fliegen oder kopfüber von einer Klippte fliegen – macht einfach Spaß. Und dabei den technischen Fortschritt zu sehen und zu sehen, wie FPV in verschiedenen Bereichen wie Kino oder Fernsehübertragung Anwendung findet, ist spannend zu verfolgen (leider auch ganz anders als ferngesteuerte Waffen).
Mal sehen, was alles noch kommt und in welchen Fernsehübertragungen FPV die altbewährten Kameraführungen noch ersetzt.
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FPV taucht hier und da bestimmt immer mal wieder auf, einfach weil es mir so viel Spaß macht und in einem Technik-Blog durchaus seine Berechtigung hat.

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